7 Konkrete Schritte, um konstruktiv Konflikte zu lösen

Menschen streben danach, in Beziehungen zu leben. Tiefe Verbindungen zu Ihrem Partner zu verspüren. Doch manchmal scheitern Beziehungen an den banalsten Dingen des Alltags. Um dies zu vermeiden haben wir hier 7 Regeln, welche Ihnen helfen konstruktiv Konflikte zu lösen.

1. Von sich reden

Es ist vor allem wichtig, die eigene Betroffenheit und das Klärungsbedürfnis ausdrücken. Es kann schwerfallen, zuzugeben, dass einen etwas stört oder verletzt. Aber diese Offenlegung hilft unseren Partnern, uns zu verstehen und auf uns einzugehen. Man kann zum Beispiel sagen: „Ich habe etwas auf dem Herzen, was ich loswerden möchte. Es geht um … Und ich möchte das ich mit Dir besprechen, um es aus der Welt zu schaffen.“

2. Zeit und Raum klären

Der Rahmen für das Gespräch ist sehr wichtig. Es muss geklärt werden, ob der Zeitpunkt für beide Beteiligten gut ist. Man sollte niemals „unangekündigt“ einen Streit beginnen, sondern vorab fragen und ankündigen, dass man etwas besprechen möchte. Danach abwarten, ob der andere gerade bereit ist und ansonsten einen Zeitpunkt vereinbaren, der passt. Es muss sich in Ruhe Zeit genommen werden. Man sollte das Gespräch auf 20-30 Minuten begrenzen.

3. Kontakt herstellen und Atmosphäre schaffen

Es empfiehlt sich, nicht lange um das Thema herumzureden, sonst fällt es immer schwerer damit anzufangen und die Situation wird zunehmend unangenehmer. Dennoch sollte man mit dem Konflikt auch nicht direkt ins Haus fallen. Formulieren Sie es beispielsweise so: „Es ist kein angenehmer Anlass für das Gespräch heute, aber ich bin froh, dass wir uns einmal die Zeit nehmen, die Luft zu klären.“

4. Inhalt und Ziel des Konfliktes festlegen

Es ist wichtig klar zu definieren, worum es geht. Vermeiden Sie auf jeden Fall aneinander vorbei zur reden. Meinen Sie das gleiche? Sollten verschiedene Themen auftauchen, schreiben Sie diese auf und klären Sie sie in einem weiteren Gespräch. Themenwechsel lenken ab und verkomplizieren das Gespräch. Außerdem verführen sie zu Vorwürfen.

Danach ist die Validierung notwendig. Damit ist die Bestätigung und Anerkennung der Position und Gefühle des Gegenübers gemeint. Viele verwechseln das mit Zustimmung. Der Unterschied ist hier, dass der andere in seiner Meinung akzeptiert wird. Seine Gefühle sind berechtigt und gut. Deshalb müssen Sie trotzdem nicht das gleiche fühlen und können eine andere Meinung haben.

Eine Regel für das ganze Gespräch ist es, dem Gegenüber aktiv zuzuhören, anstatt sich auf einen Gegenangriff vorzubereiten. Versuchen SIe zu verstehen, was Ihr Gegenüber sagt und meint.

Idealerweise übernehmen beide die Verantwortung für das Problem. Schuldzuweisungen sind prinzipiell nicht hilfreich. Es tragen immer beide zu einem Konflikt bei. Je eher Sie beide bereit sind das einzugestehen, desto schneller sind Sie auf dem Weg zu einer Lösung.

5. Problemanalyse / Kontextklärung

Versuchen Sie Hintergründe herauszuarbeiten, Zusammenhänge zu sehen und verschiedene Sichtweisen auf den Tisch zu bringen. Betrachten Sie diese als wertvoll und bereichernd. Eine andere Meinung schadet uns nicht. Sie kann uns sogar weiterbringen.

Bleiben Sie konkret und achten Sie weiter darauf, beim Thema zu bleiben, auch wenn von Natur aus neue Themen aufkommen.

6. Verhandlung, werten und Gewichten der Lösungsalternativen

Jeder übernimmt Verantwortung für den eigenen Anteil am Konflikt. Das heißt, jeder steht zu den Dingen, die er tut und auch hinter den Fehltritten, die man begangen hat.

Die drei wichtigsten Anforderungen an sich selbst und den Partner beim Lösungsfinden sind: ehrlich sein (die Haken von Lösungen sollen klar benannt werden), beharrlich sein (nicht vorschnell nachgeben, wenn die Lösung nicht wirklich stimmt) und offen sein für neue Ideen und Informationen.

7. Abschluss

In der letzten Phase geht es darum eine Entscheidung zu treffen. Die gefundene Lösung muss für beide akzeptabel sein. Für eine konkrete Veränderung übernimmt jeder Verantwortung. Zudem wird schriftlich festgehalten, wer was bis wann tut. Dies sollte klar, konkret und verbindlich formuliert sein. Zudem wird ein Zeitpunkt vereinbart, wann der Beschluss überprüft und die die Umsetzung ausgewertet wird.

Es wird optimalerweise eine Vereinbarung getroffen, was passiert, wenn es zu Rückfällen kommt. Danach können Sie das Gespräch ausklingen lassen. Würdigen Sie, was Sie zusammen erreicht haben. Seien Sie stolz aufeinander!

 

Ein Geheimtipp für das gesamte Gespräch ist die unter Psychologen bekannte Ressourcenorientierung. Diese beinhaltet lösungsorientiertes Verhalten und garantiert eine positive Problemlösung. Fragen Sie sich zum Beispiel: Mit welchem Gewinn wollen wir beide aus dem Konflikt gehen?

Trauen Sie sich. Reden Sie mit Ihrem Partner und wagen Sie den ersten Schritt. Gehen Sie das Problem an! Mit diesen Tipps steht Ihnen nichts länger im Weg.

 

Von Lisa Mucke

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